Upcycling erklärt

Was ist der Unterschied zu Recycling? 

Heute leben wir in einer Wegwerfgesellschaft. Was uns nicht mehr gefällt oder was kaputt ist, wird einfach entfernt und ersetzt. Wir geben für neue Sachen so viel Geld aus und merken dabei nicht, dass alles, was wir (nicht mehr) verwenden, schlussendlich auf der Straße landet: Müll. Jeder Deutsche produziert im Jahr durchschnittlich 583 kg Abfall. Ein Großteil davon könnte weiterverwendet werden. Die Lösung dafür ist, die entfernten Gegenstände wiederzuverwenden. Recycling und Upcycling haben die gleiche Idee: gebrauchte Dinge wiederzuverwenden. Was ist hier genau der Unterschied? Das Upcycling ist genaugenommen eine Form des Recyclings: die Verarbeitung und der Wert des Produkts spielt eine zentrale Rolle. Beim Upycyceln wird das Material direkt verwendet und es entsteht dabei ein neues, hochwertiges Objekt – während beim Recyceln das Produkt auf seinen Rohstoff reduziert wird, der dann neu verarbeitet werden kann. Der Wertstoff verliert allerdings beim Recyceln an Qualität, aufgrund dessen auch die Bezeichnung „Downcycling“. 

Um das Produkt für die nächste Benutzung aufzubereiten, wird im Gegensatz zum Upycyceln meist viel Energie gebraucht. Zum Beispiel, eine PET-Flasche wird beim Re­cy­c­ling zerhackt und eingeschmolzen. Der geschaffene Kunststoff ist höchstens ein Mischkunststoff. Trotzdem kann dieser Mischkunststoff nicht alleine zur neuen Flasche verarbeitet werden. Wenn man aber diese Flasche als Blumentopf verwendet, wird sie zu einem ganz neuen Produkt umgewandelt und als Ganzes genutzt. 

Die Geschichte des Upcycling

Der Begriff wurde erstmals im Jahre 1994 vom Ingenieur Reiner Pilz verwendet, welcher sich in der Zeitschrift „Salvo“ in einem Artikel kritisch äußerte. Er kritisierte das Baustoffrecycling und die Abfallrahmenrichtlinien, indem er den Recyclingprozess als Downcycling beschreibt. Seiner Meinung nach würden verwendbare Naturstoffe zerstört, statt diese zu benutzen. Man müsse Naturstoff aufwerten (upcyclen) um ein hochwertigeres Produkt zu bekommen. Der Begriff und zusạmmenhängende Gedanken waren somit geboren. 

Upcycling ist umweltschonend(er)

Wir alle denken über Natur und unsere Umwelt nach, und immer mehr Leute erkennen die Bedeutsamkeit, dass die Pflanzenwelt auch unser bewusstes Leben mit erhält. Unsere natürlichen Ressourcen erleiden jedoch immer mehr Schwund und es existiert die Gefahr, dass diese im Laufe der Zeit zerstört werden. Somit ist Upcycling umweltschonend und bringt auch enorme Kostenersparnisse mit sich, denn Neuproduktionen sind teurer. 

Upcycling ist eine moderne Variante des Recyclings. Doch beim Upcycling wird ein Rohstoff oder Produkt nicht nur wiederverwendet, sondern auch noch weiterverarbeitet und aufgewertet. Aus einem geringwertigen Produkt, welches nicht mehr gebraucht wird – wie z. B. einem Kartoffelsack, wird eine großartige Tasche. Dabei sind der Kreativität des Upcyclings keine Grenzen gesetzt. 

Jeder kann neue Waren aus nicht mehr gebrauchten Materialien erstellen und dadurch zum Designer werden. Dabei entstehen nicht nur trendige Accessoires und Kleidungsstücke, welche auf der Straße absolute Unikate sind und das Aufsehen erregen, sondern man tut gleichzeitig etwas Gutes für die Natur. 

Durch unser Konsumverhalten werden wertvolle Rohstoffe verschwendet, die erhalten werden könnten. Dieses Konsumverhalten basiert sich auf einem Wegwerfsystem, in dem neu gekaufte Kleidungsstücke nach dem Einsatz im besten Fall noch als Putzlappen enden. Somit werden durch die Aufwertung und die Wiederverwendung verbrauchter Materialien des Upcyclings CO2-Emissionen eingespart.

Selber machen

Der Wert von Materialien wird im Gegensatz zum Recycling durch die Verarbeitung gesteigert – von dorther stammt der Name “Upcycling”. Zwar sind selbstgemachte Möbel aus Weinkisten oder Holzpaletten besonders klassisch, prinzipiell eignet sich aber alles für Upcycling: Erbstücke, alte Bücher und Verpackungen – die Möglichkeiten sind endlos. Lieblingsteile, die kaputt sind oder nicht zur Geltung kommen, werden neu interpretiert und aufgewertet. Upcycling schafft Unikate mit speziellem Charme.

Jeder Haushalt gibt prinzipiell irgendetwas für Upcycling her. Durch Upcycling lassen sich Alltagsgegenstände wie zerlöcherte Bettlaken oder Konserven zu Taschen oder Schmuckdosen verwandeln. Genügend gebrauchte Materialien bieten ansonsten Flohmärkte, Trödelläden oder Second Hand Shops. Man kann spezielle Geräte und Werkzeuge fürs Upcycling in vielen Baumärkten mieten. 

Upcycling kaufen

Wer nicht mit der nötigen Kreativität gesegnet wurde, kann Upcycling-Produkte natürlich auch kaufen. Bei Dawanda zum Beispiel, finden sich viele schöne Schmuckstücke. Upcycling Deluxe ist ein Online-Shop, der sich auf fair produzierte Upcycling-Produkte spezialisiert hat. Auch im Upcycling Fashion Store in Berlin Mitte kann man shoppen bis zum Umfallen. Eine ganze Reihe von Online-Shops und Läden haben Upcycling-Produkte im Sortiment. Hier werden unter anderem Klamotten angeboten, die aus Überproduktion, Verschnitt und ausgemusterten Kleidungsstücken neu zusammengenäht wurden. Alte Möbel zu etwas völlig anderem zu verwandeln oder sie auf Vordermann zu bringen ist angesagt: Upgecyclete Tische und Sofas, etwa aus weggeworfenen Euro-Paletten, sind Designerware, hochwertig, modern und individuell. Findige Designer kreieren selbst aus den alltäglichen Abfällen neue Dinge: Aus Autositzgurten werden Taschen, aus Landkarten Briefumschläge, aus alten Fahrradschläuchen Gürtel und aus Schallplatten Lampen.